Samstag, 23 Januar 2021
 
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LOTTE EISNER - (K)EIN ORT. NIRGENDS.
Dokumentarfilm, HD, Farbe, 2020  

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Zusammenfassung

Lotte Eisner (1896-1983) war eine der faszinierendsten Gestalten des vergangenen Jahrhunderts. Fritz Lang, Murnau, Strohheim, Sternberg, Chaplin, Renoir, aber auch Brecht und Man Ray, später Herzog und Wenders, Godard und Truffaut - verehrten die Autorin der "Dämonischen Leinwand" und spätere Chefkuratorin der Cinémathèque Française. Von den Nazis verfolgt, nach Frankreich geflüchtet, ist sie immer eine Exilantin geblieben. In ihrem Leben fallen die Geschichte des Kinos und die Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammen und erhellen sich gegenseitig.


Figeac, Winter 1941. Ein Dorf im besetzten Frankreich. Unter dem Decknamen Louise Escoffier klassifiziert die deutsche Jüdin Lotte Eisner in einem verlassenen Schloss unzählige Schätze der deutschen, russischen, amerikanischen Filmkunst, die Henri Langlois, der Gründer der Cinémathèque Française, dort vor den Nazis versteckt hat. Der Schnee steht meterhoh. Vor Kälte brechen ihr die Nägel. Sie ist allein. Wenige Wochen zuvor ist sie aus dem berüchtigten Konzentrationslager Gurs entflohen und damit der sicheren Deportation nach Auschwitz entronnen. Unter den geretteten Filmen sichert sie auch Chaplins Anti-Hitler Film "Der Diktator". Für einen Moment fallen ihr Leben, die Geschichte des Kinos und die Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammen.

 

In diesem Filmporträt entdecken wir, vom ersten Bild in Figeac ausgehend, in Rück- und Ausblicken ihr Leben. Ihre Kindheit in der assimilierten jüdischen Bürgerschicht Berlins, ihr Wirken als einflussreiche Filmkritikerin in den wilden Zwanziger Jahren, die Verfolgung durch die Nazis und ihre Emigration nach Frankreich (ihre Mutter kommt in Theresienstadt um), ihre unverbrüchliche Freundschaft mit Henri Langlois, mit dem zusammen sie das Pariser Filmmuseum, seitdem Vorbild aller anderen Kinematheken auf der Welt, aufbaut, und das ihr bis zu ihrem Lebensende die ausschliessliche Heimat bleiben sollte. Truffaut, Godard, die Nouvelle Vague. Ihre Entdeckung des Neuen Deutschen Films schliesslich, den sie als einzige nach der Nazizeit verbliebene moralische Autorität international legitimiert, und zu dessen Gewissen und Schutzheilige sie wurde.

 

Die Erzählung spiegelt im Blickwinkel ihrer Liebe zum Film, dem sie ihr Leben gewidment hatte, die Facetten einer mutigen, zwischen zwei Identitäten zerrissenen Frau, die der Barbarei widerstand und "aus Sehnsucht" nach einem versunkenen Vaterland weiter wirkte und schrieb. Anhand von Aufnahmen einer Reise an die entscheidenden Orte auf ihrem Lebensweg, seltenen Archivaufnahmen mit ihr, Ausschnitten aus expressionistischen Stummfilmen und Szenen aus dem frühen Neuen Deutschen Film, deren Wurzeln Lotte Eisner gleichermassen in der deutschen Romantik verortete, reflektiert eine poetische, kompromisslos moderne Filmsprache die Schnittpunkte von Erlebtem, Film und Geschichte in den Wirren des vergangen Jahrhunderts. Keine Interviews mit "Spezialisten", vielleicht Begegnungen mit Betroffenen. Werner Herzog, z.B., der im Winter 1974 achthundert Kilometer von München nach Paris zu Fuß zurücklegte, als er Lotte Eisner in Gefahr um ihr Leben wusste. Eine Spurensuche. Heute aktueller denn je.



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 mit   Werner Herzog, Volker Schlöndorff, Wim Wenders
Martje Herzog, Laurent Manonni, Bernard Eisenschitz
     
 Buch und Regie
  Timon Koulmasis
 Schnitt   Aurique Delannoy
 Kamera   Rüdiger Kortz
 Ton   Holger Jung
 Musik   Ernst August Klötzke
 Produzenten   Ilona Grundmann, Christophe Gougeon
 Produktion   Ilona Grundmann Filmproduktion, acqua alta,
zdf/arte, HessenFilm, ORF Weltvertrieb, ciné +,CNC, Procirep-Angoa,
Fondation de la Shoah

 

 

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